Stellungnahme zur Berichterstattung

28.10.2016

Am 12.10. gegen 6.30 Uhr haben zwei unbekannte Personen im Bereich des Bahnhofs eine junge Frau attackiert und sie um ihre Wertsachen gebracht. Die schwarzhaarigen Männer sollen zwischen 25 und 30 Jahren alt sowie etwa 1,7 Meter bis 1,75 Meter groß sein.

Hinweise zu der Attacke auf dem Parkplatz zwischen der Straßen "Am Bahnhof" und der "König-Christian-Straße" bitte an die Ermittler der Kriminalpolizei Bad Segeberg unter 04551-8840.

 

Wir hoffen auf eine schnelle Aufklärung und wünschen der Frau alle Kraft sich gut von diesem Vorfall zu erholen.

 

Gleichzeitig beunruhigt uns die Berichterstattung, wie sie heute das Stadtmagazin geliefert hat.

Wir können und wollen nicht beurteilen, wie sicher man aufgrund einer einem unbekannten Sprache die Herkunft einer Person bestimmen kann. Feststeht, dass in der Polizeimeldung lediglich ein "südländisches Erscheinungsbild" genannt wird. Und richtigerweise steht im Pressekodex: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht."

 

Nicht Nationalitäten begehen Straftaten, sondern Menschen. Jede Gewalttat gehört zur Anzeige gebracht und vom Rechtsstaat verfolgt. Egal wie die Nationalität des Täters lautet: deutsch, türkisch, griechisch, spanisch oder irgendeine andere.

 

Machen wir uns nicht eng im Kopf. Bestrafen wir nicht Menschen für etwas, für das sie nichts können: ihre Herkunft. Wir leben friedlich in dieser Stadt; seit Jahren gemeinsam mit Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen, die ohne Wenn und Aber Bad Bramstedter sind. Sie haben hier ihr Zuhause gefunden. Mit der Flüchtlingsherausforderung, die wir alle bisher gemeinsam gut meistern, hat sich das nicht geändert. Noch immer zählt, wohin der Mensch möchte und nicht woher er kommt.

 

Bewahren wir diesen Wert. Hinterfragen wir Vorurteile und stellen uns der Herausforderung, Erlebnisse nicht zu schnell zu verallgemeinern. So bleiben wir gemeinsam stark.

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